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SELBSTHILFE FÖRDERN STATT EU-BOOTE RECYCELN! |
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Ausgemusterte EU-Boote an Fischer in den Tsunami-Regionen zu übersenden, ist nach Ansicht der Um-weltschutzorganisation WWF der falsche Weg, weil die Boote nicht den traditionellen Fischereipraktiken dieser Länder entsprechen. Beispielsweise arbeiten die meisten Fischer in Sri Lanka, Indonesien oder Indien individuell in kleinen Booten, nicht in hierarchischen Mannschaften. WWF-Geschäftsführer Dr. Peter Prokosch: "Die EU-Boote würden die Fischer in Bootseigentümer und Lohnarbeiter aufspalten. Sinnvoll wäre es hingegen, die einheimischen Bootsbauer mit nachhaltig erzeugtem Holz zu unterstützen." Diese Empfehlung gibt der WWF anlässlich einer in diesen Tagen anstehenden Entscheidung des Europäischen Parlaments und des Fischereirats.
Als Teil der Tsunami-Wiederaufbauhilfe diskutieren das EU-Parlament und der Fischereirat in den kommenden Tagen über den Transfer von fünf- bis zwanzig- jährigen, ausgemusterten Fischerbooten mit bis zu zwölf Metern Länge in die von der Flutwelle betroffenen Länder. Dies soll im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik geschehen. Vorgesehen sind zusätzliche Prämien der EU an die Mitgliedsländer für den Transport, die Ausrüstung und den Sicherheitscheck der Boote.
"Wir sind davon überzeugt, dass die EU so großzügig wie möglich helfen will, aber wir rufen die EU- Institutionen zugleich dringend auf, mit kulturellem Einfühlungsvermögen zu handeln", so Peter Prokosch. Keinesfalls dürfe durch falsch verstandene Hilfe den auf Fischerei basierenden Gemeinden unbeab- sichtigt geschadet oder der Druck auf das marine Ökosystem verstärkt werden. "Es gibt bereits genügend Beispiele aus der Vergangenheit, in denen aus- ländische Hilfe die Industrie der Empfängerländer negativ beeinflusst hat. Deshalb sollte die EU auf Interessenverbände der betroffenen Fischer, wie beispielsweise das International Collective in Support of Fishworkers (ICSF) hören, die diese Boote nicht wollen."
Die Umweltschützer geben zudem zu bedenken, dass die EU-Boote anders betrieben, gewartet und ausgestattet werden müssen als die landläufig bekannten Boote. Es ist gut vorstellbar, dass einheimische Fischer diese unpassenden Arbeitsgeräte lieber weiter verkaufen. Außerdem wäre ein Import der EU-Boote um ein Vielfaches teurer als der Neubau traditioneller Boote vor Ort. Anstatt der europäischen Boote sollten die Fischer daher eine Unterstützung gemäß der Bedürfnisse vor Ort erhalten, so der WWF.
Quelle: WWF Deutschland Rebstöcker Straße 55 60326 Frankfurt Mitteilung vom 22.02.2005
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